Gruppe 326

KATALYSATOREN UND CHEMISCHE SPEZIALITÄTEN

Reforming

Reformierung ist der Prozess zur Umwandlug von Kohlenwasserstoffen (Erdgas, Propan/Butan, Teere) um Syngas (Wasserstoff und Kohlenmonoxid) zu erzeugen.

Unter der Dampfreformierung versteht man ein großtechnisches Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus Kohlenwasserstoffen wie z.B. Erdgas (Steam Methane Reforming, SMR). In der Dampfreformierung von Erdgas werden an der Oberfläche eines Nickel-Katalysators, z.B. ReforMax® 330, bei relativ hohen Temperaturen zwischen 700 – 1000°C die CH-Bindungen des CH4-Moleküls und die OH-Bindungen des H2O-Moleküls aktiviert. Die hierbei gebildeten aktivierten Spezies reagieren dann an der Katalysatoroberfläche zu den Produkten CO und H2.

Durch Einsatz von O2 anstelle von Dampf kann ReforMax® 330 auch in der autothermen Reformierung eingesetzt werden. Anstelle von Erdgas kann auch Naphtha mit Dampf zu Synthesegas umgesetzt werden, wenn ReforMax® 100 als Prereforming-Katalysator vorgeschaltet wird. Für Ammoniakanlagen wird das nach der Dampfreformierung erhaltene Synthesegas nach Zudosierung von Luft in einer sekundären Reformierung mit ReforMax® 410 zu N2-haltigem Synthesegas umgesetzt.

Zur Oberflächenhärtung von Stahl wird ebenfalls ein N2-haltiges Synthesegas, das sogenannte Endogas, durch partielle Oxidation von Erdgas mit Luft mit dem Katalysator ReforMax® 117 in Endogas-Generatoren von Wärmebehandlungsöfen erzeugt.  Erhöht man das Luft zu Erdgas-Verhältnis, erhält mit dem gleichen Katalysator im unterstoimetrischen Bereich ein exotherm erzeugtes Gas, das sogenannte Exogas.

Über die Dampfreformierung von Erdgas und anschließende CO-Konvertierung des Synthesegases wird Wasserstoff hergestellt. An Orten, an denen kein Erdgas zugänglich ist, kann Wasserstoff alternativ durch Dampfreformierung von Methanol mit dem Katalysator ReforMax® M hergestellt werden.

Eine weitere neuartige Alternative zu der konventionellem Wasserstoffherstellung aus Erdgas stellt der sogenannte Sorption-Enhanded Reforming-Prozess dar, in dem mit dem fluidisierbaren Dampfreformierungskatalysator C&CS #1050 in Anwesenheit eines CO2-Adsorbens Wasserstoff mit deutlich reduzierten CO2-Emissionen hergestellt werden kann.